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„Ach, Hanns Dieter, der alte Verräter!“, das hat einst im Gespräch mit Okko Herlyn Franz Josef Degenhardt über Hüsch geäußert, als habe dieser seine alten Ziele, den Kampf gegen Faschismus, Aufrüstung und soziale Ungerechtigkeit an den Nagel gehängt und sei auf seine alten Tage plötzlich fromm geworden. Ob Degenhardt seine Enttäuschung über einen verloren geglaubten Weggefährten ausdrücken wollte oder ein Augenzwinkern seine spontane Äußerung begleitet hat, ist mir nicht überliefert.

Wie auch immer: Ernstes und Heiteres, Politik und Glaube sind (neben seiner Heimorgel) immer ein Markenzeichen von Hanns Dieter Hüsch gewesen. Den lieben Gott findet man bei ihm selten in einem Kirchengemäuer, der fährt auch schon mal mit dem Fahrrad zu seiner Schwester nach Dinslaken.

Okko Herlyn gilt laut Publik-Forum als „begnadeter Nachfahre des großen Hanns Dieter Hüsch“ und hat die ihm bedeutendsten Psalmen, Gebete und Gedanken für dieses Buch zusammengestellt – für alle, die dieses unverkennbare Urgestein des deutschen Kabaretts (wieder-) entdecken möchten.